Über „Alle Kids sind VIPs“

Jugendintegrationswettbewerb der Bertelsmann Stiftung

„Alle Kids sind VIPs“ war eine Initiative der Bertelsmann Stiftung, die Kinder und Jugendliche von 2008 bis 2021 durch die Teilnahme an einem Jugendintegrationswettbewerb ermutigte, sich für Vielfalt an der Schule einzusetzen, praxisorientierte Ideen für ein gutes Zusammenleben von Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft zu entwickeln und sich für ein faires Miteinander in kultureller Vielfalt zu engagieren.

Mit dem Jugendintegrationswettbewerb der Bertelsmann Stiftung wurde das Engagement der Jugendlichen gewürdigt. Sie wurden ermutigt, ihr Umfeld eigenständig zu gestalten. Innovative Projekte, die als kleine Leuchttürme das Zusammenleben an der Schule und ihrer Umgebung stärken, wurden ausgezeichnet. Durch aktive Begegnungen mit prominenten Projektbotschafter:innen wurden die jungen Projektmacher:innen in ihren eigenen Identitäten gestärkt und ermutigt, sich weiterhin zu engagieren. Ihre Arbeit erfuhr eine wichtige Wertschätzung und die gemeinsamen Aktionen wurden nachhaltig im Gedächtnis verankert.

Wie konnte man mitmachen?

Am Integrationswettbewerb konnten junge Menschen mit neuen Ideen oder bestehenden Projekten für faire Bildungschancen und ein gutes Miteinander in Vielfalt teilnehmen. Die Anmeldung erfolgte dabei unkompliziert in wenigen Schritten über ein Formular auf der Website von Alle Kids sind VIPs. Wichtig war, dass die Jugendlichen ihr Projekt maßgeblich selbst geplant und gesteuert haben und die Projekte eine möglichst nachhaltige, langfristige Wirkung zum Ziel hatten. Ganz besonders willkommen waren zudem Projektideen, die als gute Beispiele auch von anderen übernommen werden können.

Was konnte man gewinnen?

Jedes Projekt, das von Jugendlichen eigenständig konzipiert und/oder durchgeführt wurde und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt, wurde gewürdigt und auf der Webseite www.allekidssindvips.de veröffentlicht.

Darüber hinaus gewannen die besten Projekte jeweils

  • eine Fahrt nach Berlin inklusive Unterkunft zur bundesweiten Preisverleihung mit den prominenten Botschafter:innen von „Alle Kids sind VIPs“, z. B. Bülent Ceylan, Maite Kelly, Gerald Asamoah, Rebecca Mir, Daniel Aminati oder FanatiX
  • einen Vor-Ort-Besuch des Projektes durch eine Botschafter:in, bei dem sie/er sich intensiv mit den Jugendlichen zu ihren/seinen Erfahrungen mit Integration und Vielfalt austauscht
  • einen professionellen Workshop vor Ort mit Coaching, z.B. zu Projektmanagement, Fundraising oder Networking, um die Jugendlichen bei der weiteren Entwicklung ihres Projektes zu unterstützen
  • die Möglichkeit, bis zu zwei Vertreter:innen für die „Kids-Jury“ zu ernennen, die die Gewinnerprojekte der nächsten Wettbewerbsrunde in der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh mit auswählte. So erhielten die Jugendlichen einen besonderen Einblick darin, wie andere Jugendliche sich eigeninitiativ mit tollen Ideen engagieren, und konnten aktiv die Zukunft des Wettbewerbs mitgestalten.

Wer sind die „Alle Kids sind VIPs“-Botschafter:innen?

Die „Alle Kids sind VIPs“-Botschafter:innen sind Prominente aus der deutschen Musik-, Show- und Sportwelt, die den Wettbewerb ehrenamtlich unterstützten. Ihr eigener internationaler Hintergrund, gepaart mit hohem gesellschaftlichem Erfolg, macht sie zu Vorbildern für die Jugendlichen. Jede und Jeder von ihnen hat seine ganz eigenen Erfahrungen mit dem Thema Integration in Deutschland gemacht, über die er oder sie berichten kann.

Mit dabei waren: Comedian Bülent Ceylan, Sängerin Maite Kelly, Fußballlegende Gerald Asamoah, die Band Culcha Candela, Topmodel und Moderatorin Rebecca Mir, Moderator Daniel Aminati, die Urban Dance Crew FanatiX, Schauspieler Tayfun Baydar und Moderatorin Shary Reeves.

Hintergrund der Initiative „Alle Kids sind VIPs“

Unsere Gesellschaft wird bunter - laut dem Statistischen Bundesamt lebten 2017 fast 19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, womit nahezu jede/r vierte Mitbürger:in eine Einwanderungsgeschichte hat. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche zählen zu dieser Gruppe. So kommt in den Grundschulen heute bereits jedes dritte Kind aus einer Einwanderungsfamilie. Für unsere Gesellschaft ist jede und jeder einzelne mit ihren und seinen besonderen Fähigkeiten und Ideen wichtig und verdient es, akzeptiert zu werden und sich entfalten zu dürfen.

Gleichzeitig zeigen Studien, dass es in unserer Gesellschaft oft zu wenig Offenheit und Akzeptanz für unterschiedliche Hintergründe gibt und beispielsweise Kinder aufgrund ihrer Herkunft nicht die gleichen Chancen haben. So haben selbst die bereits in Deutschland geborenen Personen aus ursprünglichen Einwandererfamilien mehr als doppelt so häufig keinen Schulabschluss wie Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund.

Der Grundstein für eine offene, vielfältige Gesellschaft wird dabei maßgeblich in der Entwicklung der Jugendlichen gelegt. Das Jugendalter als wichtige Phase der Persönlichkeitsentwicklung ist unter anderem stark von der Bildung eigener Einstellungen und Meinungen geprägt. Dies betrifft natürlich auch die Themen Vielfalt und Integration. Schaffen die Jugendlichen untereinander ein Klima der Offenheit und Akzeptanz gegenüber Heterogenität und stehen sie füreinander ein? Hier entscheidet sich, wie Jugendliche dieser Herausforderung begegnen. Das Umfeld - Schule, aber z. B. auch Vereine - kann und sollte diese Entwicklung unterstützen und bekräftigen sowie dazu beitragen, dass sich Jugendliche differenziert mit diesen Themen auseinandersetzen. Es sollte ein Rahmen geschaffen werden, in dem die Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, sich proaktiv mit eigenen Initiativen und Ideen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen. Und dieser Einsatz verdient Respekt.

Genau an diesem Punkt setzte „Alle Kids sind VIPs“ an. In mehr als 920 Projekten setzten sich Jugendliche bundesweit für faire Bildungschancen und ein gutes Miteinander ein. Die Bertelsmann Stiftung bedankt sich bei allen Teilnehmer:innen und Unterstützer:innen, die „Alle Kids sind VIPs“ zu dieser Erfolgsgeschichte gemacht haben!

Die Bertelsmann Stiftung engagiert sich weiter in laufenden Projekten und neuen Initiativen für ein faires Bildungssystem sowie die Teilhabe und Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft. Denn jeder junge Mensch, unabhängig von seiner Herkunft, ist wichtig für die erfolgreiche Zukunft Deutschlands.


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